aktualisiert:
13. April 2026
|
| Nachrichten |
|
 |
WasserInBürgerhand!
|
BBU-Wasserrundbrief Nr. 1249, 119. März 2026
Wenn die Trinkwasser-Kommunikation aus dem Ruder läuft
|
| |
Diese Ausgabe des WASSER-RUNDBRIES ist schwerpunktmäßig den kommunikativen Herausforderungen gewidmet, wenn Trinkwasser gechlort oder abgekocht werden muss. Was dabei alles schief laufen kann, mussten Wasserversorger und Stadtverwaltung im Herbst 2025 in Offenbach erleben. (Weitere Beispiele für eine völlig „entgleiste“ Trinkwasserkommunikation im Zusammenhang mit jahrelang andauernden Abkochgeboten und „Notchlorungen“ können in den RUNDBR: 1112/2-3, 1063/3 und 1035/3-4 nachgelesen werden.)
Mit der "Volltextsuche" links auf dieser Seite finden Sie zahlreiche frühere Artikel.
|
Chlor im Trinkwasser – Super-GAU
in der Krisenkommunikation
|
| |
In nicht wenigen Kommunen in Deutschland wird das Trinkwasser gechlort. Das stößt bei den TrinkwasserkonsumentInnen nicht gerade auf Begeisterung – und viele VerbraucherInnen, die dem „Chloraroma“ abgeneigt sind, versorgen sich für Trinkzwecke mit Flaschenwasser. In der Regel wird die Chlorung aber ohne große Aufregung hingenommen. Wie heikel die Chlorung aber sein kann, hat sich im August und September 2025 in Offenbach gezeigt. Dort hat die Belieferung mit gechlortem Trinkwasser zu einem regelrechten Kommunikationsdesaster geführt. Der Reihe nach:
|
Eingebildeter Chlorgeschmack
im Trinkwasser
war keine Einbildung
|
| |
„Wer den Wasserhahn im nördlichen Offenbach aufdreht und sich ein Glas einlaufen lässt, sollte am besten Nasennebenhöhlenchroniker oder Schwimmbad-Fan sein. Alle anderen können seit Tagen einen stechenden, unangenehmen Chlorgeruch wahrnehmen. Der Grund: Der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) bezieht in Offenbach-Kaiserlei seit dem 13. August Trinkwasser von der Hessenwasser GmbH“,
hatte die Offenbach-Post (OP) in starker Diktion am 22.08.25 berichtet. Seit Beginn der Zulieferung mit gechlortem Trinkwasser am 13.08.25 hatten sich TrinkwasserkonsumentInnen beim ZWO zunehmend über den in Offenbach bislang ungewohnten Chlorgeruch und –geschmack beschwert.
Gegenüber den AnruferInnen hatte der ZWO aber „einen möglichen Chlorgeruch des Trinkwassers kategorisch ausgeschlossen“, so die OP. Auf der Störungs-Hotline des Wasserversorgers mussten sich besorgte und verärgerte AnruferInnen mit süffisantem Unterton sagen lassen, „dass es ‚auch sensible Menschen gebe‘, die da etwas röchen, das gar nicht da wäre“. ZWO-MitarbeiterInnen hätten fünf Tage lang versucht, so schilderten es mehrere Leser gegenüber der OP-Redaktion, „den Menschen zu vermitteln, dass es sich um Einbildung handeln müsse“.
Dann am fünften Tag nach der Beimischung von chlorhaltigem Fernwasser gab es „die plötzliche 180-Gradwende“: Ein ZWO-Sprecher räumte gegenüber der OP schriftlich ein, dass seit fünf Tagen gechlort würde – ohne dass man davon die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt habe. Selbst Offenbachs Ex-Bürgermeister Peter Schneider (Grüne), Teil eines sich abwechselnden Vorsitzenden-Duos des ZWO, war von der Dauerchlorung zunächst überrascht. Ebenso kalt erwischt von der Nachricht wurde Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD).
Gegenüber dem OP räumte der ZWO-Vizevor-sitzender Schneider ein, dass die Kommunikation seitens des Wasserversorgers mehr als zu wünschen übrig gelassen habe. „Es ist auch versäumt worden, die Bevölkerung im Vorfeld über die Veränderung zu informieren.“ Dafür könne sich der Verband nur entschuldigen.
|
Offenbach:
Beim ZWO-Vorstand wusste man
von der Chlorung nichts
|
| |
Wie kam es zu dem peinlichen Malheur?
Bei dem Wasser, das an der Übergabestelle ins Offenbacher Netz eingeleitet wird, handelt es sich um das ganz normale Frankfurter Trinkwasser, das in Sachsenhausen und den angrenzenden Frankfurter Stadtteilen seit Jahr und Tag durch die Rohre fließt! Dieses von der HESSENWASSER AG gelieferte Wasser wird dauerhaft mit 0,1 Milligramm Chlor pro Liter versetzt, einem Wert, der unter dem zulässigen TVO-Grenzwert von 0,3 liegt.
In Offenbach sei aber niemand – auch nicht im ZWO-Vorstand – bekannt gewesen, dass man mit Chlor versetztes Wasser einkauft habe. „Dafür muss man sich ganz klar entschuldigen. Das hatten wir nicht im Blick“, bedauerte ZWO-Vizevorsitzender Schneider – und weiter: Zusammen mit HESSENWASSER würden jetzt „alle technischen Möglichkeiten (…) geprüft, um die Situation zu verbessern“. Kurz danach habe der ZWO-Vize-Vorsitzende Schneider erneut beteuert, dass „beim ZWO (…) an entscheidender Stelle niemand“ gewusst habe, „dass das zugekaufte Trinkwasser der HESSENWASSER gechlort wird“. Man habe wohl auf das Siegel der Trinkwasserverordnung vertraut und eine mögliche Chlorung schlicht nicht im Blick gehabt. „Inwieweit auf Ingenieursebene die Chlorung im Vorfeld bekannt war, könne er aktuell nicht beantworten.“ Im Hinblick auf die Kommunikation werde sich der ZWO „jetzt neu aufstellen“.
|
Offenbach: „Vertrauen verspielt!“
|
| |
Die Offenbach-Post (OP) kommentierte:
„In Offenbach läuft gechlortes Leitungswasser aus dem Hahn. Der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach gibt das erst auf Nachfrage zu – und verspielt damit Vertrauen.“
In dem Kommentar wird vermutet, dass sich der ZWO-Vorstand nur auf Grund des Drucks der OP-Redaktion zu seinem „Geständnis“ durchgerungen habe. Die OP machte dem kommunalen Wasserversorger den Vorwurf eines „fragwürdigen Taktierens“:
„Dass weder die Öffentlichkeit, noch die eigenen Vorsitzenden, noch der Oberbürgermeister über die Dauerchlorung informiert wurden, legt den Verdacht nahe, dass man beim Wasserversorger ganz genau wusste, welche Frankfurter Chlormische man da von HESSENWASSER zukauft und dem bewährten Wasser beimengt.“
|
Offenbach: Kitas versorgen sich mit Flaschenwasser
|
| |
Über die Reaktion der Trinkwasserkunden auf den bislang ungewohnten Chlorgeschmack berichtete die OP am 29.09.25, dass die Nachricht über die Belieferung der nördlichen Stadtteile mit »Chlorwasser« in der Bevölkerung „wie eine Bombe eingeschlagen“ habe:
„Vor allem Eltern von kleinen Kindern zeigen sich besorgt und sind verunsichert. Leserin L. etwa habe noch am selben Tag Alarm in der Kita ihrer Tochter geschlagen, berichtet sie der Redaktion. ‚Ich habe darauf gedrängt, dass erstmal auf Flaschenwasser umgestiegen wird‘“,
wurde sie von der OP zitiert. Auch eine Kita-Erzieherin habe ihrem Ärger Ausdruck gegeben: „Die können doch nicht einfach alle vor vollendete Tatsachen stellen!“. Viele Eltern hätten sie besorgt angesprochen und gefragt, ob in der Kita denn trotzdem weiter Leitungswasser ausgegeben werde.
„Die Leute sind verärgert, aber auch sehr verunsichert, weil ja bislang auch kaum eine öffentliche Information herausgegeben worden ist.“
In einigen Kitas habe man beschlossen, an die Kinder nur noch Flaschenwasser auszuschenken. Zudem denke man über die Beschaffung von Haushaltswasserfiltern nach, um den Chlorgeschmack zu eliminieren. In der User-Kommentar-Seite des OP gaben Leser zum Besten, dass sie schon wüssten, warum sie seit Jahren die Plackerei mit der Beschaffung von Flaschenwasser auf sich nehmen würden. Dem kommunalen Wasserversorger müsse man misstrauen.
Demgegenüber hatte die Offenbacher Sozialbürgermeisterin Sabine Groß (Grüne) keine Veranlassung gesehen, die Kitas, Kindergärten und Schulen auf Flaschenwasser umzustellen:
„Trotz Chlorzusatz entspricht das Leitungswasser aktuell der Trinkwasserverordnung und kann deshalb von allen Altersgruppen gefahrlos getrunken werden.“
|
Angst vor Desinfektionsnebenprodukten verschärft die Debatte
|
| |
Die Aufregung über das »Chlorwasser« sprang auf eine neue Eskalationsstufe, als die Offenbacher Senioreninitiative und ein Kinderarzt postulierten, dass die vom ZWO und der Stadt ausgesprochen „Absolution“ für das »Chlorwasser« unwissenschaftlich sei. Der Kinderarzt und die Senioreninitiative verwiesen auf eine schwedische Studie über die Gesundheitsgefährdung durch Desinfektionsnebenprodukte (s. RUNDBR. 895/3). Demgegenüber zeigte man sich in der ZWO-Führung „sicher, dass sich Gesundheitsämter und die WHO nicht irren, wenn sie sagen, dass man auch derart niedrig gechlortes Wasser bedenkenlos dauerhaft konsumieren“ könne.
In den betroffenen Stadtteilen, wo es in den Küchen „wie in einem Hallenbad“ stinken würde, fanden diese Beteuerungen nur begrenzt Vertrauen. Es wurde eine Petition in die Wege geleitet, in der in kurzer Zeit über 900 Unterschreibende die sofortige Rückkehr zu chlorfreiem Trinkwasser forderten. Die Argumentation der Stadt und des ZWO mit der Unterschreitung des zulässigen TVO-Grenzwertes kam bei den KritikerInnen nicht an. Der Initiator der Petition gegenüber der OP:
„Mich interessiert nicht der gemessene Wert auf einer Skala, sondern ob es schmeckt oder riecht. Und es ist ganz klar nun nicht mehr trinkbar. Es schmeckt, als würde ich das Hallenbad leer trinken.“
|
Offenbach:
Fische und Hunde mögen auch kein Chlorwasser!
|
| |
Angesichte der öffentlichen Empörung über das »Chlorwasser« und die anfängliche „Geheimhaltung“ hatte sich der ZWO-Vorstand zunächst zu einer Klausursitzung zurückgezogen, um intern die Geschehnisse zu beraten. Lt. OP-Informationen sei es, „allem voran“ um die Frage gegangen, „wie es geschehen konnte, dass beim ZWO bis zuletzt eine mögliche Chlorung des Trinkwassers abgestritten worden“ sei. Um Vertrauen zurück zugewinnen hatten Stadt und ZWO für den 24.09.25 – mehr als einem Monat nach Beginn der „Chlor-Affäre“ zu einer Infoveranstaltung eingeladen, über deren Verlauf die OP berichtete: 70 Offenbacher seien der Einladung gefolgt. „Ein Schritt, zu dem sich Bürgermeisterin Sabine Groß (Grüne) offenbar erst“ entschlossen habe, als die „Petition durch die Decke (…) gegangen“ sei.
„Umso besser scheint man auf dem Podium für alle Eventualitäten gerüstet sein zu wollen. Neben dem Vizevorsitzenden des Zweckverbands Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach Peter Schneider (Grüne) positioniert sich Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin von Hessenwasser, daneben die Leiterin des städtischen Gesundheitsamts Dr. Christiane Faust“.
Auf die Erläuterungen der PodiumsteilnehmrInnen über eventuelle technische Möglichkeiten zur Abstellung des Chlorgeruchs reagierten zumindest Teile des Publikums ungnädig. Eine von der OP zitierte Teilnehmerin:
„Mir ist klar, dass das Wasser trinkbar ist. ‚Also offiziell‘, beginnt sie. ‚Ich möchte mich allerdings jeden Morgen übergeben, weil es schmeckt einfach nicht gut‘. Es folgt Applaus.“
Die Teilnehmerin habe weiter von ihren Hunden berichtet. „Die würden vor dem Chlorwasser zurückschrecken und es nicht trinken. Also müsse sie aktuell Wasser zukaufen.“ In der Debatte über die gesundheitliche Relevanz des »Chlorwassers« spielte auch eine Warnung des ZWO eine Rolle, dass das gechlorte Wasser nicht zur Befüllung von Fisch-Aquarien genutzt werden solle. Die rhetorische Frage: Wenn es für Fische ungesund ist, wie könne es dann für Menschen unbedenklich sein? In dem Bericht der OP über den Verlauf der Infoveranstaltung heißt es weiter:
„Eine andere Frau spricht eindringlich über ihre Situation als Schwerbehinderte, die durch Chlorgeruch gesundheitliche Folgen ertragen müsse. Sie spricht von ihrer großen Sorge, dass das Chlorwasser sich weiter ausbreite. ‚Ich reagiere auf diesen Geruch mit Atemnot und zugeschwollenen Schleimhäuten‘, sagt sie. Sollte das Wasser bei ihr zu Hause nach Chlor riechen, müsse sie ihre Eigentumswohnung verkaufen und wegziehen. Es folgt betretenes Schweigen.“
Auf der Infoveranstaltung sei auch die vom Seniorenrat und von einem Kinderarzt in die Debatte geworfene schwedische Studie über die Gefährlichkeit von Desinfektionsnebenprodukten thematisiert worden. Die diesbezügliche Botschaft von Amtsärztin Dr. Faust: „Keine Gefahr für niemanden!“ Das wiederum habe den Kinderarzt und den Seniorenrat aufgeregt, die diese Unbedenklichkeitsbescheinigung der Leiterin des Offenbacher Gesundheitsamtes „so nicht stehen lassen“ wollten.
|
Offenbach:
Der Fragen- und Antworten-Katalog des Gesundheitsamtes
|
| |
Unter
https://kurzlinks.de/sj67
versuchte das Gesundheitsamt Offenbach anlässlich der hochgehenden Debatte Antworten zu vielfach gestellten Fragen zum Chlor im Trinkwasser zu geben. Dabei wird u.a. die Frage behandelt, „welche Abbauprodukte bei der Chlorung von Trinkwasser“ entstehen. Dabei wird u.a. ausgeführt:
„In den durchgeführten Untersuchungen in Offenbach hätten die Konzentrationen (von Chlor im Trinkwasser) stets deutlich unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung gelegen. Auch die noch niedrigeren Werte in der schwedischen Studie aus dem Jahr 2023, die in der öffentlichen Debatte in Offenbach eine herausragende Rolle gespielt hat, seien in Offenbach unterschritten worden.“
Zur Veranschaulichung wurde angegeben, dass in „1.000 Liter Wasser (entspricht dem Inhalt von etwa zehn Badewannen) (…) lediglich ein Tropfen Chlor enthalten“ sei.
Eine weitere Klarstellung des Offenbacher Gesundheitsamtes vom 03.09.25 unter dem Titel „Chlor im Trinkwasser: Messungen zeigen sehr geringe Konzentration an Offenbacher Messstellen“ kann nachgelesen werden unter
https://kurzlinks.de/yang
|
Wie im Lehrbuch für eine missratene Kommunikation …
|
| |
… muten die Ereignisse in Offenbach an. Nach den anfänglich gemachten Fehlern – und dem darauf beruhenden Vertrauensverlust - war mit dem in Offenbach eingeschlagenen Weg einer Krisenkommunikation kaum noch etwas zu retten. Noch ein ganz anderes Kapitel waren die Kommentare in den (a-)sozialen Netzwerken, die größtenteils nicht nur von keinerlei Sachkenntnis getrübt waren, sondern die in ihrer Gehässigkeit teilweise kaum mehr zu überbieten waren.
Wie man zumindest eine Chance hat, die Krisenkommunikation besser zu gestalten, kann man immer noch in einem Leitfaden zur Risiko- und Krisenkommunikation nachlesen. Der Leitfaden basiert u.a. auf drei Workshop-Veranstaltungen, an denen in den Jahren 2012 bis 2014 jeweils bis zu 60 Mitarbeiter von Wasserversorgungsunternehmen und Gesundheitsämtern teilgenommen haben. Die Workshop-Veranstaltungen und die Erstellung des Leitfadens waren Bestandteile des PRiMaT-Projektes. Das Projekt „Präventives Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung“ (PRiMaT) gehörte zu dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsverbund „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (riskwa.de/). Der Leitfaden war gemeinsam vom TZW Karlsruhe und vom regioWASSER e.V. erarbeitet worden. Obwohl der Leitfaden jetzt schon zehn Jahre alt ist, kann er auch heute noch eine wertvolle Hilfe sein, um ein Kommunikationsdesaster wie in Offenbach zumindest nicht völlig aus den Fugen geraten zu lassen. Der Leitfaden ist noch downloadbar unter
www.akwasser.de/primat-leitfaden
Am Schluss unserer Offenbach-Berichterstattung vielleicht noch ein kleiner Trost: Genauso schnell wie sich die Empörungswelle – und das damit einhergehende Medieninteresse – aufgesteilt hatten, genau so schnell ist der Medienhype wieder abgeflaut. Trotz der weiterhin stattfindenden Lieferung von gechlortem Wasser nach Offenbach war seit Mitte Oktober 2025 auch bei ausgiebiger Internetsuche zunächst nichts mehr zu dem Thema im web zu finden.
|
Offenbach: Aktivkohle soll Chlorduftnote eliminieren
|
| |
Mittlerweile gibt es Neues aus Offenbach zu vermelden: Die öffentliche Empörung in Teilen der TrinkwasserkonsumentInnen in Offenbach hatte den dortigen Wasserversorger unter derartigen Druck gesetzt, dass händeringend nach Verfahren gesucht werden musste, wie sich der Chlorgeschmack aus dem Trinkwasser wieder eliminieren lässt. Das seit dem Herbst 2025 neu zugelieferte Trinkwasser für Offenbach stammt ursprünglich vom südhessischen Fernwasserversorger HESSENWASSER und wird über das Frankfurter Versorgungsnetz in das Offenbacher Versorgungsnetz eingespeist. Deshalb wurden Pläne ausgearbeitet, direkt nach der Übergabe aus dem Frankfurter Netz eine Aktivkohleanlage einzubauen, um das Trinkwasser für die Offenbacher KonsumentInnen vom Chlorgeschmack zu befreien. Die Pläne für den Bau eines Aktivkohlefilters sind jetzt aber verbandsintern auf Widerstand gestoßen. Die vermuteten Gründe für die neuerlichen Komplikationen werden in der nächsten Notiz erläutert.
|
Streit um den Aktivkohlefilter zwischen Stadt und Landkreis
|
| |
Zuständig für die Trinkwasserversorgung in Offenbach ist der „Zweckverband Wasserversorgung Offenbach“ (ZWO). Im ZWO hat aber nicht nur Offenbach, sondern auch der umliegende Landkreis Sitz und Stimme. In den Medien wurde gemunkelt, dass die Kreisvertreter den Offenbachern den „Sonderweg“ einer „Entchlorung“ des Trinkwassers nicht gönnen würden. Bei den Kreisvertretern würde man nämlich befürchten, dass das Offenbacher Beispiel auch in anderen Versorgungsgebieten des ZWO Schule machen könnte. Für den Einbau eines Aktivkohlefilters in der Zuleitung aus Frankfurt ist man in Offenbach aber auf eine Zustimmung der Kreisvertreter angewiesen. Denn die Zuleitung aus Frankfurt gehört nicht Offenbach, sondern dem ZWO.
Auf die Kosten des Aktivkohlefilters sei der Dissens zwischen den Vertretern der Stadt Offenbach und des Landkreises Offenbach im ZWO lt. Medienberichten nicht zurückzuführen. Zwar werden die voraussichtlichen Kosten des Aktivkohlefilters auf eine Million Euro veranschlagt. Wenn man aber die Bau- und Betriebskosten auf die „entchlorten“ Kubikmeter umschlage, würde sich der Kubikmeterpreis gerade mal um einen Cent erhöhen.
|
Der BBU-WASSER-RUNDBRIEF berichtet
regelmäßig über die Angriffe auf die kommunale Daseinsvorsorge.
Interessierte können kostenlose Ansichtsexemplare anfordern.

|
|
| |
|
Zurück
zur Startseite |

|